Futter fürs Volk - Was die Lebensmittelindustrie uns auftischt.
Futter fürs Volk – Was die Lebensmittelindustrie uns auftischt.
Biogyn-Buchtipp des Monats März/April 2008
Dioxin in der Cola, BSE im Rindfleisch, fragwürdige Zusatzstoffe in jeder Packung - wir essen unbesehen, was auf den Tisch kommt. Statt Lebensmitteln kaufen wir Ersatzstoffe, und längst haben uns Industrie und Werbung abhängig gemacht von degenerierter künstlicher Nahrung.
Wie unsere Nahrung produziert und wie sie verdorben wird, das wird hier aufgedeckt: Industrielle Massenproduktion, gentechnische Wunder aus den Laboratorien der Lebensmittelkonzerne, selbstkochende Nudelsuppen - alles ist billiger und bequemer als je zuvor. Bloß besser ist es nicht, im Gegenteil: Immer öfter bekommen wir mit dem Essen zugleich Giftstoffe und Krankheitserreger serviert. - Ein Horrortrip für Fastfood-»Gourmets«, eine Bibel für alle, die wissen wollen, wie es auch anders geht.
München: Irisiana / Hugendubel 2006, 208 S.,
ISBN 978-3-7205-2801-6, 19,95 EUR
REZENSIONEN zum Buch Futter fürs Volk
Stuttgarter Zeitung vom 23.03.2001
"Während Fertiggerichte bei genauer Betrachtung erheblich mehr kosten als selbst gemachtes Essen aus ökologischem Anbau, meidet der Konsument Nahrungsmittel mit dem Biovermerk, weil sie angeblich zu teuer sind. Zugleich fehlen vielen Lebensmitteln auf Grund der hochtechnischen Herstellungsprozesse so viele Inhaltsstoffe, dass einfache Speisen mit ihnen nicht mehr gelingen. Obendrein bombardiert die Nahrungsmittelindustrie den Konsumenten mit einer Flut von Geschmacksverstärkern, sodass diesem natürliche Lebensmittel gar nicht mehr schmecken. Solche Teufelskreise müssen durchbrochen werden, wenn eine Umstrukturierung der Landwirtschaft zu naturnäheren Wirtschaftsweisen gelingen soll, fordern Claus-Peter Hutter und Lutz Ribbe von der Naturschutzstiftung Euronatur gemeinsam mit dem Forschungsjournalisten Volker Angres vom ZDF in ihrem Buch „Futter fürs Volk“. Wer keine Ahnung hat, welche Zutaten in ein gutes Essen gehören, der wird sich auch nicht um die Qualität dieser Zutaten kümmern. Diese wiederum hängt oft genug eng mit der Herstellung zusammen. Naturverträglich hergestellte Produkte aber schmecken häufig besser. Um genau darauf zielen die Autoren: Mit seinem Geschmack soll der Verbraucher entscheiden und damit mehr Natürlichkeit in die Landwirtschaft bringen. Das ist zwar nicht neu, aber wieder aktuell."
Börsenkurier 03.05.2001
Futter fürs Volk BSE im Rindfleisch ist nur die Spitze des Eisberges. Hier wird aufgedeckt, wie unsere Nahrung produziert und wie sie verdorben wird: Industrielle Massenproduktion, gentechnische Wunder aus den Laboratorien der Lebensmittelkonzerne, selbstkochende Nudelsuppen - alles ist billiger und bequemer als je zuvor. Doch in Wahrheit zahlen wir einen hohen Preis dafür, denn: Essen kann Sie das Leben kosten!
natur & kosmos 01/05
Wen angesichts des momentanen Lebensmittel-Desasters Unwohlsein um den Magen befällt, ist kein Außenseiter. Wer die neue Publikation des Teams Angres/Hutter/Ribbe liest, läuft Gefahr, dass sich ihm selbiger umdreht: BSE und Schweinemastskandal sind nicht Ausnahme, sondern Regel einer Nahrungsmittelproduktion, die auf industrieller Fertigung, Überdüngung und Massentierhaltung basiert. Das hat nicht nur katastrophale Auswirkungen auf die Natur, sondern führt auch zu einer Zunahme von Ernährungskrankheiten. Eine gezielte Desinformationstaktik der drei Hauptakteure dieses Szenarios - EU-Agrarpolitik, industrialisierte Landwirtschaft und Lebensmittelkonzerne - sorgt mit einem jährlichen Werbeetat von fünf Milliarden Mark für die Vertuschung der Tatsache, dass wir immer häufiger Restmüll auf den Tisch bekommen. Das Autorenteam belässt es nicht bei der Aufzählung von Bekanntem, sondern beschreibt die neuesten Trends dieser „unheimlichen Allianz“: servierfertiges Convenience Food, dessen „Nährwert“ durch künstliche Stoffe erreicht wird. Functional Food mit medikamentenähnlichen Zusatzstoffen: Chips gegen Krebs, Säfte für ein besseres Gedächtnis. Es ist das Verdienst der Autoren, dass sie in einem umfangreichen Adressteil auch Alternativen für Produzenten und Verbraucher aufzeigen und nachweisen, dass die These „Bio ist teuer“ nicht immer richtig ist. Zudem dürfte es kaum eine bissiger recherchierte und humorvollere Chronik des BSE-Skandals geben als diese.

